BoniBote 05.2021

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BoniBote Nr.5 Mai 2021 (pdf)

 

 

Liebe Gemeinde, liebe Lesende,

kein anderer Monat steht bei uns für das aufbrechende und aufblühende Leben in der Natur wie der Mai. Viele von uns kennen das Lied „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“. Wenn ich als Kind mit meinen Eltern im Mai in der Natur unterwegs war, haben wir immer wieder dieses Lied gesungen. Es ist ein Aufbruch- und Wanderlied, das Gottes schöne Schöpfung, die „weite, weite Welt“ und in der letzten Strophe das Wirken von Gottes Odem besingt.

In den letzten Jahren erfahren wir immer mehr, wie diese „ schöne weite Welt“ durch das ausbeuterische Verhalten des Menschen beeinträchtig, ja bedroht und teilweise schon zerstört worden ist.

In der Umweltenzyklika unseres Papstes Franziskus "Laudato si“ schreibt er 2015: „Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln.“ (LS 21). Durch unser Verhalten verändern wir die Lebensbedingungen aller Geschöpfe, so dass viele Tierarten bedroht oder sogar schon ausgestorben sind. Letztendlich zerstören wir die Zukunft der nächsten Generationen. Papst Franziskus sieht den bestehenden Klimawandel als „ein globales Problem (…) er stellt eine der wichtigsten aktuellen Herausforderungen an die Menschheit dar“. (LS 25). 

Dieser Herausforderung stellt sich in diesem Jahr die Pfingstaktion Renovabis mit dem Motto: „DU ERNEUERST DAS ANGESICHT DER ERDE/ Ost und West in gemeinsamer Verantwortung für die Schöpfung.“ Die Aktion macht uns darauf aufmerksam, wie sehr die Welt einen neuen Geist braucht, der uns Menschen sensibel und achtsam werden lässt, mit den Ressourcen der Erde solidarisch und maßhaltend umzugehen.

Zu der Renovabis-Aktion gehört seit 26 Jahren auch die besondere Gestaltung der Pfingstnovene. Deshalb wollen wir uns in unserer Pfarrgemeinde dem Anliegen der Pfingstnovene zum Thema Schöpfungsverantwortung anschließen. In zehn Impulsen (Christi Himmelfahrt bis Pfingsten) wird ein sensibler, gerechter und nachhaltiger Umgang mit Gottes Schöpfung thematisiert. So sind wir im gemeinsamen Gebet entweder in der Kirche (siehe Gottesdienstordnung) oder zu Hause miteinander verbunden.

Papst Franziskus drückt dies in einem Gebet so aus:

„Gott der Liebe,
zeige uns unseren Platz in dieser Welt
als Werkzeuge deiner Liebe zu allen Wesen dieser Erde;
denn keines wird von Dir vergessen.
Erleuchte alle, die Macht haben und Reichtum besitzen,
damit sie sich hüten vor der Sünde der Gleichgültigkeit.
Lass uns das Gemeinwohl lieben, die Schwachen fördern
und für diese Welt sorgen, die wir gemeinsam bewohnen.
Heile unser Leben, damit wir Beschützer deiner Welt sind
und nicht Räuber, die Verseuchung und Zerstörung bringen. Amen“

Pfingsten lädt uns dieses Jahr ein, Beschützer der „weiten, weiten Welt“ zu werden, damit auch zukünftige Generationen im Mai in Gottes Schöpfung aufbrechen können, um die „ausschlagenden Bäume“ zu bewundern. Ich wünsche uns allen, dass wir Gottes Odem in unserem Leben spüren und ein geistreiches Pfingstfest erleben.

Ihr Pfarrer Andreas Körner